Als Mutter stehst du jeden Tag vor unzähligen Herausforderungen. Oft hast du das Gefühl, dass gerade deine persönlichen Eigenschaften – wie beispielsweise Sensibilität, Organisationstalent oder ein großes Maß an Geduld – dich überfordern oder dir als Schwäche ausgelegt werden. Doch was wäre, wenn genau diese „Schwächen“ deine Superkräfte sind?

In diesem Beitrag möchte ich dir zeigen, wie du deine ganz individuelle Stärke findest und sie zu deiner Superkraft machst. Denn hinter jeder vermeintlichen Schwäche steckt eine Stärke, die deinen Alltag bereichern und dir Gelassenheit und Selbstvertrauen schenken kann.

Warum es wichtig ist, deine Superkraft zu erkennen.

Wenn wir Mütter uns mit anderen vergleichen, zweifeln wir schnell an unseren eigenen Fähigkeiten. Wir hinterfragen, ob wir „gut genug“ sind und ob das, was wir mitbringen, ausreicht. So wird z.B. die eigene Sensibilität schnell als „zu emotional“ abgestempelt oder das Bedürfnis nach Struktur als „Kontrollzwang“ gesehen. Tatsächlich aber können genau diese Eigenschaften im Alltag einer Mutter unersetzlich sein! Sie können dir nicht nur helfen, besser auf die Bedürfnisse deiner Familie einzugehen, sondern dir auch Selbstsicherheit geben, denn mit dem Wissen um deine Stärke kannst du den Herausforderungen des Alltags viel gelassener entgegentreten.

Auch ich selbst habe lange Zeit meine starke Empathie und Sensibilität als Schwäche gesehen. Als Coach für Kinder, Jugendliche und Familien weiß ich heute jedoch, dass genau diese Eigenschaften meine ganz persönlichen Superkräfte sind! Sie ermöglichen es mir, mich besonders gut in die Gefühle und Bedürfnisse meiner Coachees hineinzuversetzen und sie auf ihrem Weg zu begleiten. Ohne dieser Superkräfte könnte ich meiner Leidenschaft nicht nachgehen…

Finde auch Du deine eigene Superkraft!

Wie erkennst nun auch Du deine eigene Superkraft? Und wie kannst du diese im Alltag als Mutter und in der Familie nutzen? Folgende Fragen solltest Du dir stellen:

1. Welche vermeintlichen „Schwächen“ habe ich?

Mache dir eine Liste und sei ehrlich zu dir selbst: Welche Eigenschaften nimmst du an dir wahr, die du selbst oder andere oft als störend oder anstrengend empfinden? Vielleicht bist du sehr emotional, neigst zur Perfektion oder hast das Bedürfnis, immer die Kontrolle zu behalten? Schreibe alles auf, ohne dich dabei zu bewerten.

2. Welche Stärke steckt hinter diesen Eigenschaften?

Versuche deine Schwächen aus einer anderen Perspektive zu sehen – vielleicht aus der Sicht deiner Freunde, deines Partner oder der deiner Kinder. So kann jemand, der sehr emotional ist, ein besonders gutes Gespür für die Bedürfnisse anderer haben. Möchtest Du immer alles perfekt machen, kann das von einem hohen Verantwortungsbewusstsein und dem Streben, für deine Familie das Beste zu wollen, zeugen. Versuche, jede deiner Schwächen in einem neuen Licht zu betrachten – wie eine „versteckte Stärke“ eben.

3. Wie mache ich diese Stärke zu meiner Superkraft?

Nun geht es darum, diese Stärke im Alltag zu integrieren und bewusst zu nutzen. Wenn du zum Beispiel sensibel bist, kannst du diese Stärke einsetzen, um die Emotionen deiner Kinder besser zu verstehen und auf sie einzugehen. Ein starkes Organisationstalent hilft dir, den Familienalltag effizient zu gestalten und deinem Kind eine strukturierte Umgebung zu bieten. Wenn du deine Superkraft als einen Teil von Dir akzeptierst und in deinen Alltag einbringst, wirst du merken, wie sie dir dabei hilft, gelassener und zufriedener mit dir und deinem Handeln zu werden. Die Kritik dir gegenüber nimmt ab.

Erkenne dein Kryptonit!

Jeder Superheld hat jedoch auch einen Endgegner – so wie Superman sein Kryptonit. Genau wie deine Superkraft ist auch dein Kryptonit einzigartig. Es sind diejenigen Dinge, Themen oder Personen, die dich triggern, dir Energie rauben und dich daran hindern, deine Superkräfte voll zu entfalten. Anstatt dagegen anzukämpfen, was dich nur noch mehr Kraft kostet, ist es oft sinnvoller, das Kryptonit als solches zu akzeptieren und Wege zu finden, damit umzugehen.

Bleiben wir zum Beispiel bei der Empathie und Sensibilität. Eine sehr feinfühlige Mutter nimmt oft die Stimmungen und Sorgen ihrer Familie intensiv wahr – das kann jedoch auch schnell zu einer Überlastung führen, wenn diese ständig im Mittelpunkt stehen. Ihr Kryptonit könnte sein, sich nicht abgrenzen zu können und ständig „alles spüren zu müssen“, was auf Dauer zu Erschöpfung und Überforderung führen kann. Anstatt also diese Überforderung zu bekämpfen, kann die Mutter lernen, bewusst Auszeiten für sich zu schaffen und ihre Sensibilität gezielt einzusetzen – etwa in Momenten, wo Ihre Empathie tatsächlich gefragt ist. So wird das Kryptonit zu einer Art „Ladepause“, und die Empathie kann in besonderen Situationen als wertvolle Superkraft strahlen!

Praktische Tipps, um deine Superkraft zu stärken:

  1. Selbstreflexion: Nimm dir regelmäßig Zeit, um über deine Stärken und Schwächen nachzudenken. Notiere dir, wie du deine Stärken in konkreten Situationen als Superkraft nutzen konntest.
  2. Akzeptanz und Abgrenzung: Akzeptiere dein Kryptonit und finde heraus, wie du dich vor Energieverlusten schützen kannst – ob durch bewusste Auszeiten, klare Grenzen oder den Austausch mit anderen.
  3. Eigenes Wachstum fördern: Setze dir kleine Ziele, wie du deine Superkraft weiterentwickeln und in deinen Alltag integrieren kannst.

 

FAZIT

Wenn du anfängst, deine Schwächen als Superkraft zu sehen und zu nutzen, wird sich auch deine Einstellung zu dir selbst verändern. Du wirst gelassener, selbstbewusster und authentischer. So findest Du deine innere Stärke, die dich und deine Familie durch jede Herausforderung begleitet.

Bleibe also dran und glaube an deine Superkraft!


Magdalena Ochs