Hast du dich je nach dem Lesen eines Erziehungsratgebers gefragt, ob du alles falsch machst? Vielleicht hast Du Artikel abgebrochen zu lesen, weil du das Gefühl hattest, nicht gut genug zu sein? Als junge Mutter ging es mir ähnlich: Verunsicherungen und Selbstzweifel haben mich gelähmt. So sehr, dass ich irgendwann aufgehört habe solche Ratgeber zu lesen. Ich entschied mich, auf mein Bauchgefühl zu hören. 

Heute bin ich selbstsicher und möchte es mit meinem Blog anders machen: Für DICH! Denn du bist eine tolle Mutter, ein toller Vater – genau so, wie du bist. Du gibst jeden Tag dein Bestes, und das ist mehr als genug.

Ich möchte dich stärken und dir positive Impulse senden, ohne dich dabei mit bloßer Theorie zu verunsichern. Du darfst dich hier sicher und verstanden fühlen, ohne Druck, perfekt sein zu müssen. Dafür bin ich immer ehrlich und gebe dir Einblicke in mein privates Familienleben – mit all seinen Höhen und Tiefen. Kurzum möchte ich dir zeigen: du bist nicht alleine. Denn wir alle kämpfen und wir alle wachsen!

Doch vor allem möchte ich gerne klarstellen: Nur weil ich Coach bin, heißt das nicht, dass es bei mir perfekt läuft. Ganz im Gegenteil…

 

Die Illusion des perfekten Coaches

Ach ja, wie oft ich das schon gehört habe: „Bei dir muss es ja laufen wie am Schnürchen, du bist doch Coach!“ Und ich kann euch sagen, jedes Mal muss ich innerlich schmunzeln. Denn die Wahrheit ist eine andere: Bei mir läuft es niemals „rund“ – nicht einmal annähernd!

Vielleicht siehst oder liest auch du von jemandem, der sein Wissen über Erziehung teilt und denkst dir: „Wow, die Person hat alles im Griff, so möchte ich sein.“ Auch ich dachte früher, meine Therapeutin hätte bestimmt alles im Griff. Tja, falsch gedacht! Denn auch ich, als Coach, erlebe ständig tiefe Überforderung. So bin ich im vergangenen Jahr in ein tiefes Loch gefallen. Hinzu kam der belastende Gedanke: „Warum bekomme ich es nicht hin? Ich bin Coach, ich müsste doch wissen, wie ich mir selbst helfen kann!“ Doch genau das war der Punkt: Ich konnte es nicht! Weil es um mein eigenes Leben ging, war ich emotional befangen und hatte daher keinen rationalen Blick auf die Situation.

Die Erkenntnis? Wissen schützt nicht vor Herausforderungen. Das war ein erlösender und hilfreicher Gedanke, der mir den Druck nahm und mich auf meine Genesung konzentrieren ließ. Und genau das ist es, was zu 100% auf mich als Coach zutrifft: Ich bin ein Mensch. Und als solcher erlebe ich dasselbe Chaos wie alle anderen!

 

5 Wege deine Imperfektion zu akzeptieren

Und genau aus dieser Erfahrung heraus habe ich 5 Tipps für dich, wie auch du lernen kannst, mit dem Druck umzugehen, immer perfekt sein zu wollen.

  1. Selbstreflexion und Realismus: Erkenne, dass wir alle unsere eigenen Herausforderungen haben. Perfektion ist subjektiv und basiert auf persönlichen Erwartungen. Setze demnach realistische Erwartungen an dich und andere. Akzeptiere, dass nicht immer alles nach Plan läuft.

  2. Achtsamkeit und Selbstfürsorge: Plane regelmäßige Pausen ein, um dein Energiekonto wieder aufzuladen. So bleibst Du langfristig gesund und effektiv. Achte bewusst auf deine eigenen Bedürfnisse, um langfristig gesund und für andere da sein zu können.

  3. Fehler als Wachstumschance sehen: Sieh Fehler als Teil des Lernprozesses und als Möglichkeit, dich weiterzuentwickeln. Sieh Fehler also nicht als Misserfolg, sondern als Chance zur Weiterentwicklung!

  4. Austausch suchen: Suche den Austausch mit anderen, um Unterstützung und neue Perspektiven zu erhalten. Vergleiche dich nicht mit anderen, sondern betrachte jede Herausforderung individuell.

  5. Echte Erwartungen setzen: Erkenne, dass Perfektion eine unerreichbare Illusion ist und setze dir und deinem Umfeld realistische Erwartungen. Konzentriere dich dabei auf kontinuierliches Lernen und kleine, realistische Fortschritte.

 

Leben mit Kindern: Der tägliche Realitätscheck

Ich bin Coach, ja. Ich bin aber auch Mutter. Und ich kann euch sagen: Meine Kinder interessieren sich herzlich wenig dafür, ob ich tiefenpsychologisch verstehe, warum sie gerade wütend sind. Sie sind einfach wütend. Und ich? Ich bin, wie ich jetzt weiß, emotional befangen. Tag für Tag stehe ich folglich vor denselben Schwierigkeiten wie jede andere Mutter auch: Ich hinterfrage mich. Ich scheitere. Ich versuche es besser zu machen. Ich lerne.

Und ja, wir streiten, wir diskutieren, wir werden laut und wir weinen. Und manchmal möchte ich einfach nur etwas gegen die Wand werfen 😉 Doch ich habe auch gelernt, meine Kinder spiegeln lediglich mein eigenes Verhalten. Meine Unruhe wird zu ihrer Unruhe und meine Unsicherheit wird zu ihrer Unsicherheit. Es geht folglich nicht darum, ihr Verhalten zu kontrollieren, sondern es geht um meine eigene Entwicklung. 

Und vielleicht liegt hier der Unterschied: Es geht nicht darum, dass es bei mir als Coach besser läuft. Es geht darum, dass ich tagtäglich die Chance sehe, mich selbst zu hinterfragen und zu wachsen. Und dass meine Kinder diese Entwicklung mitgehen – nicht, weil ich sie dazu zwinge, sondern weil sie es spüren.

 

Eltern verändern, nicht die Kinder

Diese Erkenntnis führt mich zu einem wichtigen Punkt: Die Veränderung, die wir uns für unsere Kinder wünschen, beginnt bei uns selbst. Viele Eltern kommen zu mir und wünschen sich durch ein Kindercoaching eine Veränderung für ihr Kind. Und jedes Mal antworte ich: „Lass uns zunächst bei dir anfangen.“ Denn die Wahrheit ist: Unsere Kinder sind Individuen mit eigenen Emotionen, eigenen Kämpfen und eigenen Strategien, um auf ihre Umwelt zu reagieren. Aus gesellschaftlicher Sicht widerspricht ihr Verhalten damit aber dem allgemeinen Konsens, wie ein Kind zu sein hat. Mehr dazu erfährst Du in meinem Blog-Artikel „Woran messen wir den Wert eines Kindes – Leistung oder Liebe?„.

Und genau deshalb arbeite ich immer zuerst mit den Eltern, weil hier der Schlüssel zur Veränderung liegt. Schließlich ist unser Verhalten die Basis für das Verhalten unserer Kinder. So ist die größte Veränderung, welche Du bei deinem Kind bewirken kannst, die in dir selbst.

Und so schließt sich der Kreis: Wir sind alle Suchende, Lernende, Wachsende – Eltern, Coaches, Menschen. Wir alle geben täglich unser Bestes – und das ist genug! Es geht nicht um Perfektion, sondern um den Mut zur Unvollkommenheit, um die Bereitschaft zur Selbstreflexion und die Erkenntnis, dass wir im gemeinsamen Austausch stärker werden. Wenn wir uns erlauben, authentisch zu sein, uns gegenseitig zu unterstützen und mit Mitgefühl zu begegnen, schaffen wir eine Welt, in der wir nicht nur bessere Eltern, sondern auch bessere Menschen werden. Lies hierzu gerne auch meinen Blog-Artikel „Ein ehrlicher Blick auf das Elternsein„.

 

Fazit: Habe ich als Coach alles im Griff? Ganz sicher nicht. Ist es in meiner Familie harmonischer? Fehlanzeige. Wir alle sind Menschen mit Herausforderungen und Unvollkommenheiten. Was anders ist, ist mein Blick auf die Dinge und mein Bewusstsein für den Einfluss meines Verhaltens. Ich möchte dir Mut machen, nicht perfekt sein zu wollen. Selbstreflexion, Achtsamkeit, Fehlerakzeptanz, Austausch und realistische Erwartungen sind Schlüssel, um mit Problemen umzugehen. Denn letztendlich geht es darum, sich selbst zu verändern, nicht die Kinder. Wenn du Veränderung suchst, vereinbare jetzt ein kostenloses Vorgespräch. Denn du bist nicht allein: Wir alle kämpfen, Tag für Tag – das macht uns menschlich.


Magdalena Ochs