Wir suchen oft ein Leben lang danach: Glück. Ein Wort mit nur fünf Buchstaben, aber von enormer Bedeutung für den Menschen. 

In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit dem Thema Glück beschäftigt und dabei viel Neues erfahren. Ich durfte lernen, inwieweit unser persönliches Glück mit den alltäglichen Dingen im Leben in Verbindung steht: mit unserem Zuhause, unserem finanziellen Wohlstand, unseren Beziehungen oder auch unserer Gesundheit. Viele dieser neuen Erkenntnisse haben meinen Blick auf mein eigenes Glück beeinflusst: so stehe ich seit einiger Zeit in einem intensiven Dialog mit mir selbst, um meine eigene Definition von Glück zu finden 🍀

Lass mich dich mitnehmen in die Welt des Glücks, damit Du lernst zu verstehen, dass Glück eine Entscheidung ist, die du selbst treffen kannst, anstatt darauf zu warten, dass es dich findet. 

 

Warum Glück oft nur ein Moment ist

Glück fühlt sich manchmal an wie ein flüchtiger Gast – es kommt und geht oft schneller, als wir es festhalten können. Erfolg im Job, eine Gehaltserhöhung, eine neue Handtasche oder sogar das Erreichen eines lange gehegten Ziels gibt uns vielleicht für einen Moment ein Hochgefühl. Doch das Glücksgefühl hält nicht lange an, schon nach kurzer Zeit kehren wir zum Alltag zurück und arbeiten auf ein neues Glücksgefühl hin. Aber warum?

Das liegt daran, dass unser Gehirn sich an positive Veränderungen gewöhnt – ein Phänomen, das als hedonistische Adaption (=lustbetont, genussorientiert) bekannt ist. Glück bleibt also nicht dauerhaft bestehen, sondern muss immer wieder neu erschaffen werden. Deshalb fühlen sich auch viele Menschen trotz Wohlstand oder äußerlichem Erfolg auf lange Sicht nicht glücklicher als solche, die nur wenig besitzen oder deutlich mehr für das Wenige, was sie haben arbeiten müssen.

Aber wenn Glück so flüchtig ist – was hilft uns dann, es zu bewahren? Und warum sind oft gerade Menschen, die weniger besitzen, scheinbar glücklicher?

 

Das sagt die Wissenschaft

Die Forschung zu Glück ist umfangreich: es gibt haufenweise Studien, Publikationen sowie  Definitionen von Glück. Dabei bekommt man das Gefühl, dass Glück für den Menschen nur schwer zu (be)greifen oder beschreiben ist. 

So definieren Wissenschaftler, wie Martin Seligman, einer der Begründer der Positiven Psychologie, Glück als eine Kombination aus Freude, Engagement und Sinnhaftigkeit. Andere Studien zeigen, dass Glück nicht nur von äußeren Umständen abhängt, sondern vor allem von unserer Einstellung und unseren Gewohnheiten. So ergab eine Langzeitstudie der Harvard University, dass nicht Reichtum oder Erfolg Menschen langfristig glücklich machen, sondern soziale Beziehungen und emotionale Verbundenheit.

Glück ist ein mehrdeutiger Begriff, der momentane oder auch anhaltende positive Empfindungen (Glücksgefühle) einschließt, die von stiller bis zu überschießender Art sein können. Glücklich kann man zudem eine Person nennen, der es anhaltend gut geht, weil ihr Leben viel von dem enthält, was sie als wichtig erachtet.”

Bedeutet das also, dass Glück weniger von materiellen Dingen abhängt, sondern vielmehr mit der Art und Weise, wie wir unser Leben gestalten und mit anderen in Verbindung treten? Wunderbar! Denn das bedeutet, dass wir deutlich mehr Einfluss auf unser Glück haben, als wir dem Anschein nach meinen!

 

Die individuelle Definition von Glück

Glück ist also individuell wie unser Fingerabdruck – denn jeder Mensch empfindet es anders. Für die einen bedeutet Glück ein Moment der Ruhe mit einem Buch in der Hand, für andere das Lachen ihrer Kinder oder der Duft von frisch gebrühtem Kaffee. Es gibt keine allgemeingültige Definition, denn Glück ist kein festgelegter Zustand, sondern ein subjektives Erleben. Es liegt also auch nahe, dass Glück sich im Laufe unseres Lebens wandelt, weil unsere Lebensumstände sich verändern. Was uns heute glücklich macht, mag in zehn Jahren eine ganz andere Bedeutung haben. Umso wichtiger ist es in meinen Augen, sein eigenes Glück immer wieder neu zu definieren. Denn beharrt man auf einer “veralteten” Auslegung von Glück, so führt das unweigerlich zum Gefühl des Unglücks. 

Und interessanterweise ist Glück untrennbar mit Unglück verbunden: ohne Unglück ist Glück kaum spürbar. Nur weil wir Schmerz, Verlust oder Enttäuschung erlebt haben, können wir echte Glücksmomente als solche erkennen und wertschätzen. Und ohne Tiefpunkte wüssten wir überhaupt nicht, wann es uns gut geht. Das bedeutet nicht, dass wir Unglück suchen sollten – aber wir dürfen verstehen, dass es ein natürlicher Bestandteil des Lebens ist und uns hilft, Glück bewusster wahrzunehmen. 

 

Mein persönlicher Weg zu Glück & Zufriedenheit

Meine Reise zum Glück begann mit ebendiesem Schmerz und Verlust. Der Tod meiner Mutter ließ mich in eine Phase der Orientierungslosigkeit fallen. Ich begann eine Therapie, die mir zunächst vor allem dabei half, im Alltag zu funktionieren. Dennoch hinterfragte ich zu diesem Zeitpunkt nur wenig. Immerhin durfte ich mich glücklich schätzen: ich hatte eine funktionierende Ehe, zwei gesunde Kinder, einen gut bezahlten Job und ein Dach über dem Kopf. Wie hätte ich mich beschweren dürfen? Andere haben kein solches Glück, war mein mich begleitender Gedanke. 

Einige Jahre später kam ein existenzieller Wendepunkt in meinem Leben: Zeit stand plötzlich an erster Stelle. Mir wurde klar, dass ich nicht wusste, wer ich eigentlich bin und was mich wirklich (!) erfüllt. Ich habe mich also auf das Wesentliche besonnen und habe mich von materiellen Dingen und belastenden Beziehungen getrennt. Ein schmerzhafter, aber befreiender erster Schritt. 

Doch das Gefühl echten Glücks blieb aus – ich war auf dem Weg, aber noch nicht angekommen. Erst während meiner Ausbildung zum Coach begann ich wirklich zu verstehen, was Glück bedeutet. Ich erkannte, dass ich lange einer Vorstellung von Glück folgte, die von außen kam – doch sie machte mich nicht wirklich glücklich, egal wie viel ich erreichte. Ich trug zudem so viel immateriellen Ballast mit mir herum, dass ich ihn erst Schritt für Schritt loslassen musste, um Raum für mein eigenes Glück zu schaffen. Es war ein Prozess voller Höhen und Tiefen, voller Zweifel und Erkenntnisse.

Heute liegt mein Glück nicht in Gegenständen oder äußeren Umständen. Es ist die tiefe Zufriedenheit mit den kleinen Momenten im Hier und Jetzt. Ich sehe die kleinen Dinge im Leben bewusster, halte inne und erkenne, dass Glück kein Ziel ist, sondern eine Art zu leben. Dafür verlangt jeder Tag meine neue bewusste Entscheidung, glücklich zu sein.

 

Schau dich um: Wo steckt dein Glück?

Wir neigen dazu, Glück an große Meilensteine zu knüpfen: Hochzeit, Traumjob, Lottogewinn. Zusätzlich verbringen wir viel zu viel Zeit damit, zu sehen, was nicht funktioniert, misslingt oder was fehlt. Doch die Forschung zeigt, dass es oft die kleinen, alltäglichen Momente sind, die das Fundament unseres Glücks bilden. Die Dankbarkeitsforschung etwa weist darauf hin, dass regelmäßiges Wahrnehmen und Würdigen kleiner positiver Erlebnisse unser allgemeines Wohlbefinden erhöht. 

Wenn du also beginnst, genau hinzusehen, wirst du feststellen, dass Glück oft in den kleinsten Dingen steckt. Das sind die wahren Helden! Hör kurz auf zu lesen und schau dich um:

Was siehst Du, was dich in genau diesem Moment glücklich macht? 

 

Glück erfordert Mut – Auch zum Loslassen

Wenn man die Augen öffnet für das, was einen glücklich macht, stolpert man unvermeidlich auch oft über Dinge, die einen unglücklich machen. Was also, wenn du merkst, dass dich etwas nicht glücklich macht? Dann frag dich: Warum ist das so? Oft halten wir an Dingen, Gewohnheiten oder sogar Menschen fest, die uns nicht gut tun – aus Angst vor Veränderung oder weil wir glauben, sie gehören einfach dazu. Doch wahres Glück entsteht, wenn wir bereit sind, ehrlich hinzusehen.

Wenn wir uns nur auf das große Glück konzentrieren, verpassen wir die unzähligen kleinen Momente, die unser Leben bereichern. Ein Sonnenstrahl auf der Haut, ein liebevolles Gespräch, eine Berührung eines lieben Menschen oder ein ehrliches Lachen können viel mehr bewirken, als wir denken.

Manchmal bedeutet Glück auch, sich von Ballast zu befreien – sei es materiell oder emotional. Es erfordert Mut, Altes loszulassen, um Platz für Neues zu schaffen. Doch genau dieser Prozess ist entscheidend, um aus schweren Zeiten herauszufinden und Schritt für Schritt wieder nach oben zu kommen.

 

Warum Glück eine Entscheidung ist

Wir können also aktiv Einfluss darauf nehmen können, wie glücklich wir uns fühlen! Studien zeigen, dass unser Glück zu etwa 40 % von unserer Einstellung abhängt. Dankbarkeit, soziale Verbundenheit und Achtsamkeit sind entscheidend für unser Wohlbefinden und unsere mentale Stärke.

Jeden Tag haben wir somit die Wahl, wie wir die Dinge sehen wollen. Warum sich also über alles ärgern und nicht den Blick auf das Positive lenken: Sehe ich den Stau auf dem Weg zur Arbeit als reines Übel oder als die perfekte Gelegenheit, meinen Lieblingspodcast zu Ende zu hören? Rege ich mich darüber auf, dass es regnet, oder genieße ich den Geruch von frischer Erde? Das Leben ist nicht immer fair. Es wird Höhen und Tiefen geben. Aber ob du im Chaos trotzdem Glück finden kannst, liegt ausschließlich an dir!

 

Drei einfache Gewohnheiten für mehr Glück

Wenn nun auch du aktiv an deinem Glück arbeiten möchtest, helfen dir tägliche Routinen, die dein Wohlbefinden langfristig steigern. Hier sind drei einfache Gewohnheiten, die du ab sofort mit nur wenig Aufwand in deinen Alltag integrieren kannst:

  1. Dankbarkeit praktizieren: Denke jeden Abend an drei Dinge, für die du an diesem Tag dankbar bist. Das kann eine kleine Geste, ein schönes Erlebnis oder ein Erfolg sein. Alternativ kannst Du auch ein Glückstagebuch führen und diese jeden Abend aufschreiben. Diese einfache Übung hilft dir, den Fokus auf das Positive zu richten.
  2. Bewusst genießen: Nimm dir jeden Tag einen Moment, um etwas Schönes wirklich wahrzunehmen: den Geschmack deines Kaffees, die Wärme der Sonne auf deiner Haut oder das Lächeln eines geliebten Menschen. Achtsamkeit im Alltag steigert nachweislich das Glücksempfinden.
  3. Gutes tun: Mach jemandem eine Freude – ohne Erwartung. Ein ehrliches Kompliment oder eine kleine Geste steigern nicht nur das Glück anderer, sondern auch dein eigenes.

 

Fazit: Dein Glück, deine Regeln! Glück ist kein Ziel, das du irgendwann erreichst, sondern eine Art, das Leben zu sehen. Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass es von sozialen Beziehungen, Dankbarkeit und unserer eigenen Haltung beeinflusst wird. Es steckt in den kleinen Dingen, in unserer Fähigkeit, das Gute wahrzunehmen und in der bewussten Entscheidung, das Leben aktiv zu gestalten. Also schau dich um und öffne deine Augen für dein persönliches Glück!


Magdalena Ochs